Pille einfach absetzen?


Besser kein On-Off-Verfahren
Frau mit dem angebrochenen Monatsblister der Pille.
Image Point Fr/Shutterstock.com

Das Ende einer Beziehung, ein plötzlicher Kinderwunsch – Gründe für das Absetzen der Antibabypille gibt es viele. Dennoch sollte man den Einnahmestop gut überdenken und am besten mit einer Frauenärzt*in besprechen.

Eingriff in den Hormonhaushalt

Viele Frauen schätzen die Antibabypille als sehr sicheres und meist auch gut verträgliches Verhütungsmittel. Weil die Einnahme so unkompliziert ist, vergisst man aber leicht, dass das Präparat stark in den weiblichen Hormonhaushalt eingreift. Entsprechend sollte man die Pille auch nicht für eine „On-Off-Verhütung“ nutzen, also die Pille spontan absetzen und wieder einnehmen.

Einmal Pille, immer Pille?

Natürlich ist ein Absetzen der Pille prinzipiell möglich – es sollte nur gut durchdacht sein. Wer damit rechnet, bald wieder auf die Verhütung zurückzugreifen, sollte vielleicht besser gleich dabeibleiben. Dafür spricht zum Beispiel, dass das Thromboserisiko durch die Pille im ersten Jahr der Einnahme am höchsten ist. Durch eine wiederholte Neueinnahme erhöht sich also die Gefahr, tatsächlich an einer Thrombose zu erkranken.

Hormonhaushalt aus der Balance

Hinzu kommt, dass der Hormonhaushalt sich nach dem Absetzen der Pille erst wieder einpendeln muss. Symptome, die vor der Einnahme bestanden, können nun wieder verstärkt auftreten. Dazu gehören eine unreine Haut, unregelmäßige Blutungen oder auch Stimmungsschwankungen. Wer die Pille aus therapeutischen Gründen eingenommen hat, etwa wegen einer Endometriose, muss mit einer erneuten Verschlechterung der Symptome rechnen.

Wichtig ist: Die Pille ist kein Lifestyle-Medikament. Sowohl die Einnahme als auch das Absetzen sollten gut durchdacht und ausführlich mit der Frauenärzt*in besprochen werden. Wer die Einnahme beenden möchte, macht dies besser nicht mitten im Zyklus. Der angefangene Blister sollte immer zu Ende eingenommen werden.

Quelle: www.frauenaerzte-im-netz.de

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